
Der
nachfolgende Text war die Vorbereitung
zu einem Vortrag in der Caduceusklinik 29549 Bad Bevensen
am Sonntag, 21. April 2002 unter dem Titel
Heilende
Farben
Die Überschrift
ist vielleicht ein wenig zu hoch gegriffen. Ich habe aus meiner
Erfahrung mit Farben berichtet und einen kleinen Teil meiner naturgefärbten
Schätze gezeigt. In diesem Vortrag habe ich auch einigePassagen
aus meinem Buch zitiert.
Die Besucher waren
sehr interessiert und aufmerksam, es hat mir Freude gemacht.
Wenn wir mit offenen
Augen in die Natur sehen, dann finden wir die allerschönsten
Farben und Muster, mit denen sich Pflanzen und Tiere schmücken,
um sich fortzupflanzen, damit ihre Art überlebt. Alles, was
wir als Kunst hervorbringen, alle Farben, aller Schmuck, wird
von den Kunstwerken der Natur weit übertroffen. Wir können
uns davon nur inspirieren lassen und uns an den wunderbaren Naturfarben
erfreuen. Sie harmonieren miteinander und lassen sich wie ein
Blumenstrauß zusammenfügen.
Wir können die
Farben aus der Natur aber auch zu unserem Wohlbefinden verwenden.
Im dunklen Winter sind es die Sonnenfarben, die unseren Lichthunger
stillen und unsere Umgebung, unsere Wohnung "heilen",
ein Manko ausgleichen können. Das fehlende Sonnenlicht im
Winter schenken uns die Sonnenfarben - die im Sommer gewachsenen
Farben wieder.
Natürlich gehört dazu auch Licht - eine gute Beleuchtung
kann helfen, denn ohne Licht sehen wir keine Farben.
Wenn wir traurig sind,
fehlt uns oft der Mut zur Farbe, aber ein leuchtendes Orange oder
ein zartes Gelb, Rot, Grün, Blau oder Violett könnte
uns aufmuntern und uns Energie geben.
Farben umgeben uns,
beeinflussen uns, wir wählen sie bewusst oder unbewusst.
Wir können uns ihrem Einfluss nicht entziehen.
In meinem Leben haben Farben im Laufe der letzten Jahre eine zentrale
Bedeutung bekommen und daran möchte ich Sie teilhaben lassen,
indem Sie die von mir gefärbten Materialien anschauen, berühren
und sich daran erfreuen können. Vielleicht gibt es Ihnen
Anregung, Ihr Umfeld mit der Schönheit von Farben zu bereichern.
Die Wirkung der naturgefärbten
Wollen und Seiden ist unterschiedlich und dabei spielt auch die
Pflanze, aus der wir die Färbekraft - den Farbstoff - ziehen,
eine Rolle. Das Gelb aus Kamillenblüten wird anders wirken,
als das Gelb aus Birkenblättern. Jede Pflanze, jeder Baum
hat eine andere Energie und Energie geht nicht verloren. Sie wird
uns auch über die Farben erreichen. Wir können uns davon
ansprechen lassen und die Wirkung vielleicht spüren. Das
ist sicher bei verschiedenen Menschen verschieden.
Eine Färberin
aus Leidenschaft bin ich für mich eher überraschend
geworden. Als Abschluss eines Spinnkurses hatte ich an einem Färbe-Wochenende
teilgenommen. Fasziniert hatte mich nur die Walnussfärbung
mit ihren wunderbaren Brauntönen, Lust zu färben war
nicht entstanden.
Meine Tochter Cornelia
besuchte zu dieser Zeit eine Fachschule für textiles Gestalten
und hat in einem Unterrichtsfach - das "Materialbezogenes
Gestalten" hieß - das Färben mit Naturstoffen
gelernt.
Da ich für meine Strickarbeiten als Muster gern gefärbte
Wollen verwenden wollte, bat ich sie, für mich zu färben.
Die teuren Materialien waren eingekauft, die Färbedrogen
eingeweicht und die Wolle gebeizt. Da verliess meine damals noch
sehr junge Tochter die Lust zum Färben, andere Unternehmungen
waren wichtiger.
Ich gehöre noch zu der Kriegsgeneration, die nicht gern etwas
wegwirft und ausserdem war mein Geld sehr knapp. So machte ich
mich an die Arbeit und begann das vorhandene Material "aufzuarbeiten".
Zu meiner Überraschung wurde ich vom Färben fasziniert.
Bis heute ist die Faszination geblieben, wenn es auch inzwischen
schon Jahre gegeben hat, in denen ich nicht färben konnte,
weil es mein Befinden nicht erlaubte. Den nahen Tod vor Augen,
hatte ich schon alle Färbeutensilien verschenkt.
Durch den Lernprozess in der Arbeit mit meinem Lehrer, konnte
ich in einer schier ausweglosen Situation mit meinem Leben abschliessen
und meine Wünsche aufgeben. - Für mich unerwartet -
nahmen meine Kräfte wieder zu und ich begann mit neuen Aktivitäten:
Ich erlernte den Umgang mit dem Computer und nach einiger Zeit
begann ich wieder zu färben. Meine Farbpalette veränderte
sich, als ich die Farbe Orange für mich entdeckte.
Später kamen
mir auch die Kenntnisse am Computer zustatten, so konnte ich mein
Buch über das Färben mit Naturstoffen mit dem Computer
schreiben und mit Bildern ausstatten, die ich auf einem Flachbettscanner
gestaltete.
Über die Bedeutung
von Farben will ich Ihnen einiges aus meiner Sicht erzählen,
dabei erhebe ich nicht den Anspruch von Allgemeingültigkeit.
Die Ursprünge
der Färberei liegen weit zurück in mythischen Zeiten.
Wahrscheinlich haben die Menschen schon lange vor dem Färben
und Bemalen von Kleidungsstücken ihre Körper zu rituellen
Zwecken und als Schmuck bemalt. Der Wunsch, sich die Kräfte
der Natur und die Götter geneigt zu machen, hat viele Riten
hervorgebracht, die mit umfangreichen Vorbereitungen zur Reinigung
und Bereitmachung einhergingen. Erdfarben und Pflanzenfarben wurden
vielleicht eher zufällig entdeckt und benützt. Das Wissen
darüber wurde von den weisen Alten, den Schamanen, Medizinfrauen
und Medizinmännern weitergegeben.
So bekamen die Farben
eine Bedeutung, die in den verschiedenen Kulturen sehr unterschiedlich
waren und bis zum heutigen Tag unterschiedlich sind.
Beginnen will ich mit
Braun, der Farbe der Erde in unserer Region, der Erde,
über die sich der Regenbogen mit seinen schönen Farben
spannt.
Wir kleiden uns in Braun, wenn wir beschützt werden oder
sein wollen. - Als ich vor vielen Jahren unter Depressionen litt,
war meine Kleidung von Brauntönen bestimmt. Eine Freundin
hat mich darauf aufmerksam gemacht, als ich wieder zu lebhafteren
Farben wechselte.
Braun ist eine Mischung
aus vielen Farben, es ist eine Schutzfarbe, sowohl in der Natur
wie auch bei uns Menschen. Im Braun der Erdhöhlen finden
viele Tiere Schutz. In der braunen Erde entsteht und wächst
neues Leben und in die Erde kehrt es mit dem Tod zurück.
Die wunderbarsten Brauntöne
habe ich mit grünen Walnussschalen gefärbt, sie reichen
von Goldbraun, Kupferbraun, Grünbraun bis zu Moorbraun und
Schwarzbraun. Die Begeisterung für diese Färbungen konnte
ich schon vielen Menschen mit-teilen.
Die Farbe Rot
steht in unserer Kultur für Aktivität, für Leben,
für Feuer. In der Astrologie gehört sie zu Mars und
steht für den Schöpfungsimpuls, den der Widder im Tierkreis
symbolisiert. Mars als Krieger ist aber auch ein Töter, steht
für Wut, Aggression, Leidenschaft, und diese Emotionen verbinden
wir ebenfalls mit der Farbe Rot. Wir sagen "da sah ich Rot",
wenn wir wütend wurden.
Rot ist in einigen Kulturen die Farbe des Todes. Es könnte
das rote Opferblut sein, das diese Verbindung gebracht hat.
Die Farbe der Hochzeitskleidung
indischer Frauen ist leuchtendes helles Rot, während die
Witwen dunkelrote Kleidung tragen, dies könnte sowohl mit
dem Tod als auch mit der nun abklingenden Leidenschaft in Verbindung
gebracht werden.
Meine eigene Erfahrung
mit Rot ist ambivalent. Rote Kleidung kann Power geben. Für
ein schwieriges Gespräch habe ich in vergangenen Zeiten ein
rotes Kleid gewählt, damit es mich unterstützt, mir
den Rücken stärkt. Rot hat aber auch die Signalwirkung:
Halt (Ampel), dringe nicht in meine Privatsphäre ein, rühre
meine Persönlichkeit nicht an!
Um rote Kleidung zu tragen, braucht man aber etwas Kraft. In Zeiten,
in denen es mir sehr schlecht ging, konnte ich weder rote Kleidung
tragen noch mich mit roten Sitzmöbeln umgeben. Ich habe sie
in dieser Zeit abgedeckt und dann neu bezogen: mit Violett.
Manchmal rate ich Menschen,
die müde und ohne Antrieb sind, rote Kleidung oder ein rotes
Seidentuch zu tragen. Wenn Rot zu stark ist, kann es auch ein
Violett oder Orange sein, in denen Rot enthalten ist.
Meine Freundin Barbara
friert häufig. Eines Tages sagte sie zu mir: "Nur in
der roten Weste von dir wird mir richtig warm." Rot ist die
Farbe mit der höchsten Energie, mit Power-Energie und ausserdem
war diese Wolle mit der besonderen Energie der Cochenille-Läuse
gefärbt, die nur in sonnenverwöhnten, warmen Gegenden
gedeihen.
Als wir eines Tages im Homöopathie-Buch etwas suchten, stolperten
wir über die Cochenille: Sie wird bei Nierenerkrankungen
angewendet. Meine Freundin litt unter einer Nierenerkrankung.
Als Kind liebte ich
Rot und Blau. Das galt als unfein, und ich wurde mit dem Vers
verspottet: "Rot und Blau ist dem Kasper seine Frau!".
Nun, da ich älter bin, haben sich Rot und Blau zu meiner
neuen Lieblingsfarbe Violett vermischt. Rot als Aktivität
und Blau als Geistigkeit vermischen sich, sie werden zu einer
spirituellen Farbe, die in den Kirchen als liturgische Farbe im
Advent und in der Fastenzeit verwendet wird.
Blau ist die Farbe des Himmels über uns. Bei klarem
Wetter können wir die unterschiedlichsten Blautöne am
Himmel sehen: Vom Himmelblau bis zum tiefen Nachtblau gibt es
alle Schattierungen. Weil wir den Himmel über uns mit dem
Göttlichen verbinden, steht diese Farbe für Geistigkeit,
für Klarheit.
Blau ist eine kühle und beruhigende Farbe. Sie wird Saturn
zugeordnet. Alle Blautöne haben saturnischen Einfluss, wobei
er stärker wird, je tiefer das Blau ist, bis hin zu Schwarz,
welches auch Saturn zugeordnet wird.
Indigo-Blau wird in der indischen Astrologie dem Mond zugeordnet
und auch dem Dritten Auge, dem Auge der Weisheit. Der Mond, der
am blauen Nachthimmel steht, beherrscht das Wasser, die Fruchtbarkeit
und die psychischen Prozesse. Die Tiefe des Wassers symbolisiert
unser Unbewusstes und bringt uns in Verbindung mit unseren tieferen
Anlagen.
Bei der Indigo-Färbung wird durch Gärung der verborgene
Farbstoff freigesetzt. Im Menschen wird durch Gärung, durch
Wandlung, durch Träume hervorgebracht, was in der Tiefe der
Psyche verborgen ist. Wenn alles vergoren ist, werden wir wie
ein guter Wein.
Mit Indigo-Blau, das aus der Waidpflanze gewonnen wurde, sollen
sich Frauen in alten Zeiten in Irland zu Ehren der Fruchtbarkeits-Göttin
Anu, der Göttin des dunkelblauen Nachthimmels und des dunkelblauen
Meeres, bemalt haben, wie Robert von Ranke-Graves in seinem Buch
"Die Weisse Göttin" schreibt.
Gelb hat Licht- und Sonnenqualität Es wird dem Jupiter,
der Intelligenz und auch der Erde zugeordnet. In den heissen Gegenden
der Erde, in denen die Wüste weithin gelb erscheint, ist
das verständlich. In unserer Region ordnet man - wie schon
gesagt - der Erde Braun zu, da sie am häufigsten eine braune
Farbe hat. In Südafrika sah ich hingegen tiefrote Erde. So
beeinflusst unsere Umgebung immer auch die Deutung der Farben.
Gelb drückt im Volksmund auch Eifersucht aus.
Die meisten Blätter, Kräuter und Hölzer unserer
Region bringen beim Färben Gelb in allen Schattierungen hervor.
Gelb ist die letzte
Farbe, der ich mich beim Färben innerlich genähert habe.
Ich selbst kann gelbe Kleidung nicht tragen, sie steht mir nicht,
da ich ein kühler Farbtyp bin.
Bei einer Farbkomposition ist aber Gelb als Sonnenfarbe wesentlich,
es gibt dem Kleidungsstück, dem Kunstwerk oder dem Wohnraum
Wärme.
Grün umgibt
uns in der Natur vom Frühjahr bis zum Herbst und tut uns
wohl. Es wird dem Herzen zugeordnet und der göttlichen Liebe.
Es ist Lebendigkeit, ist Vitalität. Ohne Grün wäre
die Welt nicht lebensfähig. Im Volksmund symbolisiert Grün
die Hoffnung.
In der indischen Astrologie wird Grün dem Merkur zugeordnet,
der Lebendigkeit und Vitalität repräsentiert, den Kopf
und die Nerven. So beruhigt Grün die Nerven und lässt
den Kopf und das Denken klarer werden.
Die Pflanzen produzieren
mit ihrem Grün lebenswichtigen Sauerstoff, wandeln Sonnenlicht
in Energie und Ernährung um.
Aus Pflanzen ziehen wir in der Naturfärberei die meisten
Farben. So bringt ein wenig Grün auch Leben in eine Farbkomposition.
Meine Liebe zu Grün
in den gefärbten Textilien musste ich erst entdecken. Grün
lässt sich ohne giftige Zusätze nicht leicht färben.
Es ist die Mischung aus Blau und Gelb, aus Himmel und Sonne. Ohne
Gelb kein Grün. Beim Färben ist das Gelb der Pflanze
entscheidend für das Grün, das entsteht, und es gibt
dabei erstaunliche Wandlungen. Das warme Goldgelb der Färberdistelblüten
ergibt, mit Indigo-Küpe überfärbt, ein kühles
Grün, während das eher kühle Grün der Birkenblätter
bei dieser Überfärbung ein wunderbares warmes Grün
ergibt.
Mit hellem, zartem
Lindgrün habe ich mich bei heftigen Allergien in der Visualisierung
eingehüllt und die Heilkräfte dieser Farbe erfahren.
Orange ist die Mischung aus Rot und Gelb, es wird der Sonne
zugeordnet. Orange ist leuchtende innere Lebendigkeit.
Orange harmoniert - ebenso wie Violett -mit allen anderen Farben,
obwohl es nur dem warmen Farbenspektrum angehört. Es bringt,
noch stärker als Gelb, Wärme und Lebendigkeit in eine
Farbkomposition.
Die Farbe Orange habe
ich mit dem Samen eines tropischen Strauches für mich entdeckt,
der, wie die Bananenstaude, der einzige seiner Art, seiner Pflanzenfamilie
ist: der Orleanstrauch.
Diese Färbungen haben meine Farbenpalette grundlegend verändert.
Alle Schattierungen der heiligen Indischen und Tibetischen Farben
sind in meine Wohnung eingekehrt und haben ihre Wirkung auf mich
und meine Umgebung ausgeübt.
Orange bringt, als Kleidung oder als Farbflächen in unserem
Umfeld - auch in der dunklen Jahreszeit - Sonne und Leben zu uns.
Die Winterdepression vieler Menschen kann damit gemildert werden,
so ist es jedenfalls nach meiner Erfahrung. Die Dunkelheit des
Winters beeinflusst mich weniger, seit ich mich mit lebendigen
Farben und mit Orange umgebe.
Violett harmoniert
mit allen Farben, es gehört sowohl dem warmen als auch dem
kühlen Farbspektrum an, je nach Mischung von Rot und Blau.
Ich verwende es als Untergrund und Verbindung bei meinen Strick-
oder Dekorationsarbeiten
Mit Violett beginnt
der Hauptregenbogen und mit Rot endet er. Schliesst sich ein Nebenregenbogen
nach aussen an, dann ist die Farbfolge umgekehrt, so dass die
sieben Farben des einfachen Regenbogens (Violett - Indigo - Blau
- Grün - Gelb - Orange - Rot) im doppelten Regenbogen spiegelbildlich
erscheinen, mit der spirituellen Farbe Violett beginnend und endend.
So ist der Regenbogen ein Symbol unseres Weges: Aus dem Göttlichen
kommen wir, sind immer im Göttlichen - auch wenn wir es nicht
so fühlen - und gehen in unseren göttlichen Ursprung
zurück.
Violett und Weiss werden
in der indischen Astrologie der Venus und dem Dritten Auge zugeordnet.
Venus, die kreative Kraft, die Heilerin, ist klar wie ein Diamant
der weiss strahlt, aber das ganze Farbenspektrum enthält
- zum Leuchten bringen kann. Damit beinhaltet sie auch alle kreativen
Möglichkeiten. Klare, diamantene Erkenntnis kommt durch das
Dritte Auge zu uns.
Gold und Silber
werden Sonne und Mond und ihren Strahlen zugeordnet. Beide Farben
können nicht mit Pflanzen gefärbt werden. Sie erscheinen
aber in einigen Färbungen als Mischung. Wir sprechen dann
von Goldgelb, Goldrot oder Silbergrau. Wunderbare silbergraue
Seide wurde mir vor einigen Jahren beschert, als die Indigo-Küpe
kaputt ging. Das war ein Zufall, den man nicht bewusst reproduzieren
kann. Indigo, dem Mond zugeordnet, brachte Silbergrau hervor.
Silbergrau habe
ich auch mit Stockrose und Sommer-Rotkohl auf Seide gefärbt.
Schwarz und
Weiss sind unbunte Farben. Schwarz und Weiss sind Urgründe.
Sie sind das Gegensatzpaar schlechthin. Wir sprechen von Schwarz-Weiss-Malerei,
wenn wir ausdrücken wollen, dass die vielen Farbschattierungen
des Lebens bei der Beurteilung eines Ereignisses fehlen.
Schwarz verbirgt
Konturen und Einzelheiten, es absorbiert Energie, wie es die Schwarzen
Löcher im Universum deutlich machen.
Bei Kleidung sagt man,
Schwarz macht schlank. In unserer Kultur ist Schwarz die Farbe
der Trauer und als Gegensatz dazu eine Farbe, die erotisiert,
wie die schwarzen Dessous zeigen.
Schwarz und Rot haben, wie auch der Tod, eine enge Beziehung zur
Sexualität. Man spricht sowohl beim Schlaf als auch beim
Orgasmus vom kleinen Tod.
Schwarz wird dem Saturn
zugeordnet und spiegelt in diesem Zusammenhang alles. Saturn (Schwarz)
ist das ewige Prinzip des Gegenübers zur Sonne, dem göttlichen
Prinzip. Die Sonne ist heiss, strahlend, repräsentiert Lebensfreude.
Saturn ist kalt, absorbierend, repräsentiert Depression.
Saturn ist der grosse Begrenzer, er spiegelt uns, auf der tiefsten
materiellen Ebene, durch Leid. Er ist das Gegenüber, in dem
man sich erkennt.
Die Sonne ist Licht
- ist ohne Erkenntnis ihrer selbst - sie strahlt. Saturn ist zur
Bewusstwerdung unbedingt nötig, er ist die äusserste
Grenze unseres mit dem blossen Auge sichtbaren Sonnensystems,
der Spiegel (schwarz unterlegt), auf den die Strahlen der Sonne,
der Blick des Göttlichen stösst, der reflektiert und
damit zur Erkenntnis seiner selbst führt.
Auf der profanen Ebene
der Kleidung sollte man mit Schwarz vorsichtig sein, da es, wie
schon gesagt, Energie absorbiert. Wer ohnehin schon Probleme mit
der Energie hat, leicht ermüdet, sollte sich nicht vollkommen
in Schwarz kleiden.
Weiss offenbart, zeigt Schönheit und Mängel gleichermassen.
In weisser Kleidung wirken Füllige unvorteilhaft, während
sie für Schlanke vorteilhaft ist.
Zu Weiss passen ebenfalls alle Farben, wenn sie auch auf weissem
Grund sehr unterschiedlich und manchmal hart wirken. In Weiss
sind alle Farben enthalten.
Weiss bis Naturweiss oder Wollweiss ist die Grundlage, auf der
ich vor allem färbe.
Weiss ist in einigen
Kulturen die Farbe der Trauer, des Todes. Für schwerkranke
Menschen sind weisse Wäsche und Bettwäsche leichter
verträglich, da sie die vom Körper abgestrahlte Energie
anders reflektiert, als bunte Bettwäsche.
Meine eigene Erfahrung mit Weiss ist stark und hat mit heilenden
Kräften zu tun. Während einer extremen Allergie, die
mich dem Wahnsinn nahe brachte, bei der keine der konventionellen
Methoden Erleichterung gab, half mir Weiss in zwei Varianten:
In einem Traum sagte mir ein junger Mann: "Versuche es mit
weissem Leinen." Da ich nur eine glatte, alte Leinentischdecke
hatte, zerschnitt ich diese und nähte mir vier Schals zum
Wechseln daraus. Diese Schals legte ich um Gesicht und Hals, und
sie brachten mir Erleichterung. Es war wie eine Rettung aus verzweifelter
Lage.
Sowohl trocken als auch nass, half mir das Leinen, da es kühlt.
Man braucht es nur ein wenig auszulüften, an der Luft zu
schwenken, wenn es heiss wird, und schon kühlt es wieder
und wirkt beruhigend und damit entzündungshemmend.
Gutes Leinen, das glatt
und schon häufig gewaschen ist, kann bei schweren Erkrankungen
wie ein Heilmittel wirken. Man sollte es kochen und in sehr feuchtem
Zustand glatt bügeln.
Als Bettwäsche hilft es Menschen, die zuviel Hitze haben,
besonders in der warmen Jahreszeit.
Weisses Licht half
mir auch beim Visualisieren und wirkte heilend. Ich habe mich
in der Vorstellung mit weissem Licht umgeben und eingehüllt.
Ich habe mir weisses Licht wie winzige Kügelchen vorgestellt,
die Krankheit und Schmerzen aus dem Körper ausschwemmen,
und habe sie in die Erde oder in Wasser hineinfliessen lassen.
Ich habe gute, hilfreiche Erfahrungen damit gemacht.
Das ganze Farbenspektrum
- das ganze Universum
Nach meiner Meinung
braucht jeder Mensch alle Farben. Sie müssen nicht alle in
der Kleidung präsent sein, sie können uns auch in der
Umgebung über die Augen erreichen. Mit Farben und ihrer Schwingung
können wir die Atmosphäre, die uns im Wohn- und Arbeitsbereich
umgibt, gestalten und beeinflussen. Farben bekräftigen oder
schwächen. Sie sind eben nicht nur Dekoration und haben deshalb
einen hohen Stellenwert.
In unserer Kleidung
können wir die Wohltat der Farben fühlen. Ein graues,
braunes, schwarzes oder weisses Kleidungsstück kann mit einem
farbigen Seidentuch belebt werden und unsere Stimmung unterstreichen
oder verändern.
Lebendige Farben sind
es, die uns Pflanzen und Tiere bescheren und sie haben eine andere,
lebendigere Wirkung als die eher statischen synthetischen Farben.
Am Polarkreis, in Hammerfest,
fielen mir die farbigen Häuser besonders auf. So holen sich
die Menschen auf sinnvolle Weise Farbe in ihre Umgebung, die bedingt
durch das Klima und die lange dunkle Winterzeit nicht mit üppigen
Farben in der Natur gesegnet ist.
Wenn unsere Augen aus
dem Fenster ins Grüne schauen können, dann haben grüne
Pflanzen auf der Fensterbank oder im Raum nicht die gleiche Bedeutung,
wie in Räumen ohne diesen Ausblick. Wenn die dunkle Winterzeit
kommt, können wir die Räume mit Sonnen-Farben gestalten,
und Blumen bringen uns ebenfalls Farben und damit Licht und Schwingung
in unsere Umgebung.
Farben sind als Materie
nicht existent. Sie sind eine Energieform, eine Schwingung, die
vom Licht transportiert und uns sichtbar gemacht wird.
An dieser Stelle möchte
ich Harald Küppers zitieren, der die Küppers
Farbenlehreentwickelt hat und in seinem Buch "Die
Schule der Farben" schreibt:
Zum Farbensehen benötigen wir normalerweise eine Lichtquelle,
z, B. die Sonne. Sie schickt die farblosen Energiestrahlen, die
wir "Licht" nennen als Allgemeinbeleuchtung in die Welt.
Diese Energiestrahlen fallen auf Material. Entsprechend ihrer
molekularen Struktur hat Materie die Fähigkeit, bestimmte
Teile der Energiestrahlen des Spektrums zu verschlucken, zu absorbieren.
Der nicht absorbierte Teil des Lichtes gelangt als Farbreiz ins
Auge des Betrachters. .... Die Energiestrahlen des Farbreizes
werden auf das optische System der Netzhaut projiziert. In die
Netzhaut sind winzige kleine "Antennen", sogenannte
Sehzellen, eingebettet, "Zapfen" und "Stäbchen"
genannt, die die Strahlung registrieren und die von aussen kommende
Strahlungsenergie in organeigene elektrische Energieimpulse umwandeln.
Diese werden über die Nervenbahnen ins Gehirn geleitet, wo
die Farbempfindung entsteht.
.....Farbe existiert
ausschliesslich und immer nur als Sinnesempfindung eines Betrachters.
Mit anderen Worten: Wo kein Betrachter mit intaktem Sehorgan vorhanden
ist, da gibt es auch keine >Farbe<. Denn die physikalische
Welt besteht aus farbloser Materie und aus farbloser Energie..."
Über die letzte
Aussage kann man unterschiedlicher Meinung sein, was ich mit dem
Bericht meiner Freundin Christiane und eigenen Erfahrungen beschreiben
will.
Christianes Mutter
ist erblindet, als sie schon erwachsen war. Sie hat also Farberinnerungen.
Sie träumt in bunten Farben und kann Farben auch visualisieren.
Sie wählt die Farben für ihre Kleidung nach dem Gefühl
aus, das die Farben ihr vermitteln, wenn sie das Material berührt.
Es scheint also so, als würde ihr die Energie der Farbe auch
die Benennung der Farbe vermitteln.
Ich habe die deutliche
Erfahrung gemacht, dass ich in weisser Bettwäsche besser,
ruhiger schlafen kann, als in bunter Bettwäsche. Dies habe
ich mir mit der Energie der Farben erklärt. Harald Küppers
hat mir eine andere, sehr interessante Erklärung dazu gegeben,
über die ich noch nachdenke.
Soweit die Einführung
in dieses Thema aus meiner Sicht.
Wenn Sie
mir schreiben wollen: Dorothea@LustAufFarben.de