
Färben
mit frischen Färberknöterichblättern
English
translation
Nachfolgend
einige Fotos von meinem spannenden Färbeversuch nach Informationen
aus dem Buch "Der
Regenbogenfarbendieb"

von Dr.
Elmar Weinmayr
über die Werkstatt des japanischen Färbemeisters
Yoshioka.
ISBN 4-87940-568-X
Bei
dieser Färbung muss zügig gearbeitet werden, damit der
labile Indigo-Farbstoff aus den Blättern nicht "verfällt"
ehe er auf die Fasern aufgezogen ist. Es wird nur mit kaltem Wasser
und einem geringen Zusatz von Essig gearbeitet, es gibt keine
weiteren Zusätze.
Die Färbemethode eignet sich vor allem für Seide.

Färberknöterich
auf dem Feld der Familie Tretau in Kollow.

Nachwachsender
Färberknöterich nach dem ersten Schnitt.

Frisch
geschnitten transportiere ich die Stängel im Auto nach Hause.


Abspülen
in klarem Wasser

und
Abtropfen auf dem Holzrost.

Die
Blätter sind abgestreift und werden kleingeschnitten.


In Wasser
eingeweicht, werden die Blätter kräftig geknetet, um
die Farbe aus den Blättern zu lösen.

Dem
Wasser wird etwas Essig zugesetzt, damit sich der Farbstoff besser
löst und die Zersetzung der Farbe verzögert wird.

Nun
wird abgeseiht und anschliessend noch einmal im Wasser mit Essigzusatz
geknetet.


Die
ausgelöste Farbe leuchtet grün.

Die
Blätter und das Farbbad verändern und intensivieren
sich beim zweiten Kneten im Wasser.


Ungefärbte
weisse Seiden werden im Farbbad erst Grün, ...

...
dann zunehmend Blau.


Durch
Sauerstoff und Wasser verändert sich die Farbe zu einem Blau
mit leichtem Türkiston.

Zur
Festigung der Farbe müssen die Seiden schnell getrocknet
werden.

Die
Färbungen werden nach dem Trocknen ein- bis mehrmals wiederholt,
um eine grössere Farbtiefe und Lichtechtheit zu erreichen.

Gelbe
Wolle/Seide und Seide wird überfärbt.

Seide
im Spülbad. Verschiedene Gelbfärbungen ergeben verschiedene
Grüntöne.

Die
getrockneten Ergebnisse am nächsten Tag.




Die
Seiden sind noch nicht fertig, sie werden noch einmal gespült
und gebügelt.

Nach
6 Wochen Färbeversuche sind die Seiden gebügelt und
erfreuen mich am Abend des 7. Oktober 2005!

Am 8.
Oktober morgens: Die Farben erscheinen zu allen Tageszeiten und
in allen Lichtverhältnissen anders.

Details
aus dem Kreis der Farben.

Gelbe
Seiden wurden überfärbt und ergeben je nach Gelbfärbung
sehr unterschiedliche Grüntöne.

"Der
Regenbogenfarbendieb" hat mich bereichert und inspiriert.
Mein Dank gilt dem Färbemeister Yoshioka in Kyoto für
die grosszügige Mitteilung seines Wissens und Dr. Elmar Weinmayr
für dieses Buch!

Diesen
Färbeversuch habe ich für die stark erweiterte Neuauflage
meines Färbe-Buches "Wolle
und Seide mit Naturstoffen färben" unternommen. Das
Buch wird unter dem Titel "Naturfarben auf Wolle und Seide
- Färben ohne giftige Zusätze" voraussichtlich
2006 erscheinen. Das Rezept wird dort genau beschrieben.
Färberknöterich
- Polygonum tinctorium
Die
Samen für diesen Versuch kamen aus dem Thüringer
Zentrum Nachwachsende Rohstoffe in Dornburg und wurden
von Familie Tretau in Kollow für meinen Färbeversuch
angebaut. Ich bedanke mich herzlich dafür!
Färberknöterich ist ein aus dem wärmeren Ostasien stammender Halbstrauch,
der wegen seiner Frostempfindlichkeit in unserem Klima nur als
einjährige Pflanze angebaut werden kann. Die Farbstoffvorstufen
sind in den Blättern enthalten, die am besten frisch verarbeitet,
aber auch schonend getrocknet werden können. Bei der Trocknung
des Knöterichs muss man allerdings Farbstoffverluste bis zu ca.
90% hinnehmen.
Für die oben gezeigte
Färbung ist frisch geschnittener Knöterich zwingend
notwendig. Je schneller die Verarbeitung geschieht, umso besser
sind die Färbeergebnisse.
Beim Thüringer
Zentrum Nachwachsende Rohstoffe in Dornburg kann Färberknöterichsamen
in kleinen Mengen bezogen werden: 10g zu 3,00 € plus Mehrwertsteuer
und Porto.
Thüringer Zentrum
Nachwachsende Rohstoffe der TLL
Apoldaer Straße 4
07778 Dornburg
Tel.: 036427/868-0
Fax: 036427/22340
Email: a.biertuempfel@dornburg.tll.de
oder c.ormerod@dornburg.tll.de
Ein Anbautelegramm
stellt die Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft zur Verfügung.
Vielleicht bewirken Aktivitäten dieser Art eine Renaissance der
Natur-Indigo-Färberei.
Geesthacht, im Oktober
2005
© Dorothea Fischer
Fragen?
Dorothea@LustAufFarben.de
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Ein
interessanter und lesenswerter Bericht von Britta Noack:
Man kann den Färberknöterich
offensichtlich auch ernten, wenn er schon in der Blüte steht,
wie es einige Färber tun. Es könnte sein, dass die Färbekraft
dann noch intensiver ist. Ich habe mich bei meinem Versuch an
den Erfahrungen von Meister Yoshioka orientiert.
Dorothea Fischer,
18. April 2007