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Das Museum
Krügersches Haus am Tag der Ausstellungs-Eröffnung
Farbkreationen
-
Leben mit Farben gestalten - Bilder und textile
Objekte
Ausstellung
im Krügerschen Haus in Geesthacht
Einführung
am Sonntag den 22. September 2002
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Herr
Busch begrüsst die Gäste und gibt dann das Wort
zur Einführung an Dorothea weiter.
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Zu meiner
Freude wurde ich eingeladen, noch einmal in Geesthacht eine Ausstellung
zu präsentieren.
Sie steht unter dem
Motto Farbkreationen - Leben mit Farben gestalten.
So will ich etwas davon erzählen, wie mein Leben mit Farben
verbunden ist, wie ich es gestalte, wie Farben auf mich wirken
und auch etwas über den und philosophischen Hintergrund dieser
Präsentation sagen.
Zu
Weihnachten 2001 war ich ohne Besuch, hatte also Freiraum zu tun
wonach mir der Sinn stand; so holte ich am 25. Dezember meine
naturgefärbten und handgesponnenen Kaschmir-Schätze
vom Dachboden und begann die Farben auszulegen und eine Strickarbeit
für mich zu planen. Für die nächsten Wochen entledigte
ich mich aller anderen Verpflichtungen und begann eine Weste,
zu stricken. Sie ist - neben anderen Strickarbeiten - in der Ausstellung
zu sehen. In diesem Freiraum, mit den anregenden Farben in der
Hand und vor Augen begann die Ausstellung vor meinem inneren Auge
Gestalt anzunehmen. 
Wenn ich Strickarbeiten
plane, werden die Wollen dekorativ ausgelegt: Als breites Band,
wenn die Knäule noch nicht gewickelt sind. Die Knäule
werden dann als Spiralen oder in anderen Formen gelegt, die zu-
und abnehmen im Rhythmus der Arbeit. So zeige ich auch eine Spirale,
gelegt aus Knäueln. 
Seit ich vor vielen
Jahren mit dem Naturfärben begann, haben mich die Farben
und die Färbungen immer stärker fasziniert und beeinflusst.
Mit den warmen Sonnenfarben hole ich mir auch im grauen Winter
die Sonne in die Wohnräume und kenne keine Winterdepression,
da ich mich mit oranger Seidendekoration umgebe.
In dieser Ausstellung
zeige ich textile Objekte und Bildkreationen. Alle Wollen und
Seiden habe ich in aufwendigen Verfahren mit Blüten, Blättern,
Früchten, Samen, Holz, Wurzeln und mit Cochenille gefärbt,
also nicht mit vorgefertigten Extrakten. Ich verzichte dabei bewusst
auf giftige Zusätze. Die Rezepte dazu finden Sie in meinem
Buch.
- Wolle und Seide mit
Naturstoffen färben
- Leuchtende Farben ohne giftige Zusätze -
Die Bilder sind Computerbilder,
es sind keine Fotografien.
Die abgebildeten Materialien, Blumen und Objekte werden direkt
auf einen Flachbett-Scanner gelegt, als Bild gestaltet, im Computer
abgespeichert und gedruckt.
Diese Kunstform habe ich für mich auf der Suche nach Möglichkeiten
entdeckt, Farbbeispiele für mein Buch darzustellen. Inzwischen
sind die Bildkreationen ein eigenständiger Bereich meines
künstlerischen Ausdruckes.
Als ich im Januar mit
meiner Strickarbeit und den Ausstellungsplanungen befasst war,
kam eine besondere Information über das Internet zu mir.
Auf der Mailingliste SpinnWebe wurde plötzlich der gestrickte
Möbiusschal diskutiert, von dem ich noch nie
gehört hatte. 
Ich bat um eine Strickanleitung,
besorgte mir die Zeitschrift SPIN OFF, in der die Anleitung veröffentlicht
ist und probierte diesen seltsamen Schal aus. Es hat mich sofort
fasziniert, dass eine Strickerin dieses Phänomen aus der
Geometrie in eine Strickarbeit umgesetzt hat.
So begann meine Beschäftigung mit dem Thema Möbiusband;
das Ergebnis ist in der Ausstellung zu sehen.
Farben und Symbole
wirken auf uns, ob wir ihre Wirkung kennen und wahrnehmen oder
nicht. Sie wirken, weil sie das sind, was sie sind.
Die Farbbeispiele in
der Diele habe ich in verschiedenen Formen angeordnet, die gleichzeitig
uralte und auch heute noch gültige Symbole
sind:
Im Kreis,
einem Symbol von Vollkommenheit und Unendlichkeit habe ich den
Farbenkreis aus ca. 150 verschiedenen Chiffonschals angeordnet.
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Runder
Tisch
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mit
Chiffonschals
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Kürbisse
zieren eine alte Nähmaschine am Eingang
An einer Spirale,
unter der Decke, hängen 14 Chiffonbahnen, ca. 6 Meter lang,
in unterschiedlichen Farbtönen.
Die Spirale symbolisiert Entwicklung, das Ausdehnen und Zusammenziehen,
das Vordringen zum Kern oder in die Transzendenz, Wachstum und
Schwinden, Geburt und Tod; sie wurde schon in den ältesten
Kulturen verwendet.
Die Spirale ist auch ein Wirbel, der die Schöpferkraft symbolisiert,
sie steht für das Labyrinth, in dem es immer nur einen Weg
gibt: in das Zentrum hinein oder aus dem Zentrum heraus, zur Mitte
und aus der Mitte.
Kinder
liebten die Spirale mit ihren Chiffonbahnen ganz besonders zum
Spielen und verstecken.
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Maria
in der
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Spirale
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Spirale
mit 14 Chiffonbahnen
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Mario
in der
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Spirale
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Mario´s
(3 Jahre) Fotoblick auf seine Mutter und Grossmutter neben der
Spirale
Die Lemniskate
aus einem Seidenband verbindet in der Präsentation acht Krüge
mit darauf dekorierten Möbiusschals in acht verschiedenen
Farben, sie sieht aus wie eine liegende 8.
Die
Lemniskate ist das Symbol eines immerwährenden dynamischen,
gegenläufigen Kreislaufs, der sich überschneidet und
begrenzt; der ein Zeichen für den Zyklus allen Seins ist.

Das Wort Lemniskate geht auf das griechische Wort Lemnos
- das wollene Band - zurück.
Das Lateinische Wort Lemniscus bedeutet Band oder Schleife,
wird auch als farbiges Band an Kränzen beschrieben. Lemniscatus
bedeutet "mit Bändern geschmückt".

Aus dem
uralten Symbol der Lemniskate wurde ein weiteres Symbol, das Möbiusband
oder die Möbius´sche Fläche,
von dem 1790 geborenen August Ferdinand Möbius,
einem Mathematiker und Astronom 1858 konstruiert und in die Geometrie
eingeführt.
Ein Modell dafür
kann man leicht herstellen, indem man ein Papierband zusammenklebt,
bei dem man zuvor eine Seite um 180 Grad gedreht hat. Fährt
man mit einem Stift an der Kante entlang, so kommt man zum Ausgangspunkt
zurück und die eingezeichnete Linie ist überall an der
Kante zu sehen. Jeder Punkt dieser Fläche ist sowohl innen
als auch außen; die Gegensätze sind verbunden.
Das Möbiusband
übt auf viele Menschen Faszination aus. Es wird in der populären
Mathematik, in der Kunst und Wissenschaft auf verschiedene Weise
dargestellt und erklärt. In Japan ist es gelungen Kristalle
in der Form des Möbiusbandes zu züchten und in der Genetik
stoßen die Wissenschaftler ebenfalls auf dieses Phänomen.
Im Kreis wird
kein Unterschied sichtbar, während er in der Spirale schon
sichtbar wird. In der Lemniskate erscheint Polarität, ohne
die Einheit des Kreises aufzuheben: Das wird im Möbiusband
sichtbar.
Hier habe ich das
Möbiusband - das die Amerikanerin Rita Buchanan
als gestrickten Schal erfunden hat - auf meine Weise realisiert
und dargestellt. Ein Foto von Rita und ihre Kurzbiographie ist
in der Dekoration zu sehen.
Das
Möbiusband - ein Phänomen des schwer verständlichen
Unendlichen.
Wie schon erwähnt,
stiess ich Anfang 2002 darauf, als banale Strickarbeit in Form
des Möbiusschals.
Es hat mich fasziniert, dass es in einen Gegenstand des Alltags
umgesetzt wurde. Inzwischen habe ich viele Möbiusschals gestrickt
und trage meinen Schal fast täglich.

Inzwischen
(Mai 2007) gibt es neue Strickanleitungen für den Möbiusschal
bei mir: Strickanleitungen
Auf meine schriftliche
Frage an Rita Buchanan, ob sie die Urheberin dieses Schals ist,
hat sie folgendes geantwortet:
"Ja, ich habe
diese Art einen Möbiusschal zu stricken erfunden. Ich habe
sie früher nach der alten Methode gestrickt - einen flachen
Streifen stricken, eine halbe Drehung einfügen und die Kanten
aneinander nähen - seitdem ich in der Oberschule in den 60er
Jahren im Matheunterricht gelernt habe, was ein Möbiusband
ist.
Die Idee, es anders zu machen, kam mir blitzartig an einem Abend
1989. Ich erinnere mich gut daran, weil ich die halbe Nacht aufgeblieben
bin um die Einzelheiten auszuarbeiten, und ich strickte einige
Schals in den folgenden Wochen."
An Alexandra Weikert,
die mit Rita schon seit vielen Jahren in Kontakt steht, schrieb
sie folgendes:
"Bitte teile Dorothea mit, dass sich das Thema ihrer Ausstellung
wunderbar anhört und ich mich geehrt fühle, dass sie
auch über mich berichten möchte. Ich werde ihr gerne
ein Bild von mir schicken."

Die Krüge
für die Präsentation der Möbiusschals wurden der
Keramikerin Mechthild Magerl angefertigt. Sie sind
ebenfalls ein vieldeutiges Symbol und stehen sowohl für empfangende
Weiblichkeit, wie auch für das Grab und das Begräbnis;
in Krügen wurde das Saatgut in alten Zeiten aufbewahrt und
Wein und Öl bewahrt man auch heute noch in Krügen auf.
Die Pfauenfedern
in den Krügen haben in ihrer Schönheit ebenfalls Symbolcharakter;
auch ohne dieses Wissen sprechen sie uns auf besondere Weise an.
Der Pfau symbolisiert Unsterblichkeit, Langlebigkeit, Liebe. Er
ist ein Natursymbol für Sonne, Mond und Sterne am Firmament.
Seinen Regentanz assoziiert man mit der Symbolik der Spirale.
Das Verlieren der Schwanzfedern und ihr neues Wachstum im Frühjahr
ist ein Sinnbild der Erneuerung.
Im Altenteiler,
habe ich eine Landschaft mit Wollzöpfen gestaltet. Da ich
die Vorbereitungen für die Ausstellung im Winter begann,
findet sich in der Dekoration auch die Rose von Jericho,
ein Überlebenssymbol. Mitten in den Wollzöpfen, die
ich einer Freundin zeigen wollte, war sie in meinem Wohnzimmer
dekoriert. Es sah so schön aus, dass ich sie in die Ausstellung
aufnehmen musste.
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Wollzöpfe
im Altenteiler
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Maria
mit Wollzöpfen und
Rosen von Jericho
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Altenteiler,
Tisch mit Spirale aus Knäueln
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Im kleinen Zwischenraum
hängen Bilder unter dem Titel Mystik.
Ein ca. 4000 Jahre alter Schädel aus Südamerika erinnert
uns an die Vergänglichkeit, die Brüchigkeit unseres
Lebens. In jedem Moment leben und sterben wir. Ich lebe nun schon
seit 19 Jahren mit Leukämie und denke, dass die Konfrontation
mit dem Tod mein Leben intensiver gestaltet hat. Ich sehe in dem
Lernprozess des Lebens, verbunden mit dem Tod - im Angesicht des
Todes - den Grund dafür, dass ich noch lebe - gerne lebe,
wie man an den lebendigen Farben sehen kann.
Das Bild des tanzenden
Shiva - als Zerstörer unserer Illusionen - hängt dem
Bild der blühenden Hamameliszweige, die auch Zaubernuss genannt
werden, als Symbol des wiederkehrenden Lebens gegenüber.
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Shiva
Nataraja
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Shiva
auf roter Seide
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Zaubernuss
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In der Guten
Stube gibt eine große Auswahl meiner Arbeiten, sie
werden zum Kauf angeboten, wie fast alle Objekte in dieser Ausstellung.
Dort finden Sie auch
kunstgestrickte Tücher mit dem Hapsaler Maiglöckchenmuster
von Edith Haller,
die bis zum letzten Tag ihres Lebens diese zauberhaften Tücher
gestrickt hat.

Grosse Auswahl
Bilder, Tücher, Garne, Möbiusschals
Ausser
meinen eigenen Arbeiten werden im gleichen Raum - im Alkoven
- Strickarbeiten von Sabine Bröhl gezeigt. Die Strickstücke
wurden von ihr entworfen und aus Garnen gearbeitet, die ich gefärbt
habe.
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Sabine
Bröhl u. Weste Altweibersommer
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Alkoven
mit Strickarbeiten
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Maiglöckchen-
u. Zopfpullover
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Maria
in dem von ihr gewünschten Pullover bei ihrem Besuch
in der Ausstellung. Sie freut sich, dass sie ihn gleich
anbehalten darf.
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Als ich die Ausstellung
geplant habe, dachte ich nicht daran, sie nach Symbolen zu ordnen.
Erst im fertigen Konzept sah ich dann die Symbole, die mich auch
im normalen Leben begleiten, die in meiner Wohnung, meinem Leben
immer gegenwärtig sind.
Was bewirkt es, sich
mit diesen schönen Farben und mit Symbolen zu umgeben, mit
ihnen zu leben? Ich fühle mich wohl und geborgen darin.
Wenn ich Besuch habe, höre ich immer wieder: Wie schön
ist es hier, wie lebendig! Meine Besucher, vor allem Kinder, lassen
sich von der Schönheit berühren, fühlen sich wohl.
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Die
Herdecke
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Dass ich diese Ausstellung
zeigen kann, empfinde ich als Geschenk für mich und für
alle Besucher. Schauen Sie und lassen Sie sich von den Farben
erfreuen und inspirieren.

Wenn Sie sich weitergehend
über Farben und ihre Wirkung aus meiner Sicht informieren
wollen, kann ich Ihnen mein Buch "Wolle und Seide mit Naturstoffen
färben - Leuchtende Farben ohne giftige Zusätze"
empfehlen. Ausserdem gibt es viele Anregungen auf meiner Homepage,
dort finden Sie unter dem Button >Mystik< den Vortrag "Heilende
Farben", den ich in diesem Jahr in der Caduceus Klinik
in Bad Bevensen gehalten habe.
Geesthacht am 22. September
2002
Fotos
und Bilder Dorothea und Mario Fischer
Petra Jörns
Petra Voss
Stephan Sroka
Sehen Sie die Ausstellung
durch die Augen von
Jennifer
Zeisel - Fotografie
Fotos vom Familienausflug
zur Ausstellungseröffnung von Petra
Voss und Stephan Sroka
Ausserdem könnenSie
von dieser Stelle aus einen Rundgang durch die Ausstellungen in
Bennungen,
Geesthacht 1999,
Wuppertal , Weimar
, Dresden und in
der Buecherei
Geesthacht 2008 machen.
Wollen
Sie mir schreiben? dorothea@lustauffarben.de